Umbau des Feuerwehrhauses in Wiebelsbach

Die Freiwilligen Feuerwehren sparen den Kommunen riesige Beträge, sind dennoch – für Gebäude, Fahrzeuge und Ausrüstung – ein großer Kostenblock. Erst recht in Groß-Umstadt, wo viele dezentrale Einrichtungen zu unterhalten sind. Schließlich gilt es auch, gesetzlich vorgeschriebene Einsatzzeiten einzuhalten, was hier und da lange Anfahrtswege aus der Kernstadt ausschließt.

Vor diesem Hintergrund investiert nun die Stadt in Wiebelsbach, nicht zuletzt in Richtung Energieeinsparung. Es gehe aber auch um eine räumliche Erweiterung nach aktueller Gesetzeslage, ausreichend Platz und Bewegungsfreiheit für die Einsatzkräfte und die neuen Fahrzeuge, teilt die Stadtverwaltung mit.

AnbauFWHausDa die Stadtverordnetenversammlung schon im Jahr 2011 beschlossen hatte, bei allen Sanierungen städtischer Gebäude diese auch CO2-neutral zu bewirtschaften, werden auch die Heizungsanlagen auf das kommunale Klimaschutzkonzept abgestimmt.

Das derzeitige Raumangebot im Feuerwehrhaus Wiebelsbach sei schon jetzt nicht ausreichend, hieß es. Das werde mit den beiden neuen Fahrzeugen, die bis 2022 zu beschaffen sind, nicht besser. Nach Vorgaben der Deutschen Instituts für Normung und eines TÜV-Prüfberichts werde eine neue Fahrzeughalle benötigt. Die zunächst angedachte Variante eines Neubaus an einem anderen Standort wurde aus Kostengründen verworfen, es geht also um die weitere Nutzung der bestehenden Einrichtungen.

Die inzwischen auch vom Land Hessen akzeptierte Planung sieht vor, dass die Einsatzfahrzeuge samt zugehöriger Umkleiden in der neuen Halle ihren Platz finden werden. Die frei werdenden Stellplätze im Gebäudebestand werden für weitere Umkleiden, Sanitärräume, Werkstatt und Lager genutzt. Ein neuer zentraler Eingangsbereich wird die Funktionsbereiche erschließen.

Die Planung fand die Zustimmung der zuständigen Förderstelle des Landes, der Zuwendungsbescheid liegt vor. Vorgesehen ist der Anbau einer Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen, erstellt in Massivbauweise mit Satteldach. Für den neuen Zwischenbau mit Flachdach wird der Feuerwehrturm abgebrochen, der aufgrund statischer Mängel ohnehin nicht mehr genutzt werden dürfe und auch funktional nicht mehr erforderlich sei.

Ein Stellplatz im Altbau wird weiter genutzt. Die dort nicht mehr benötigten Stellplatzflächen werden als Lager-, Sanitär- und Umkleidebereiche genutzt. Die Räume im Obergeschoss sind von der Maßnahme nicht betroffen.Für den gesamten Komplex werden eine neue Heizungsanlage eingebaut; zugleich werden die Fenster im Altbau erneuert.

Den Heizbedarf hat der städtische Energiebeauftragte Siegfried Freihaut ermittelt und mehrere Varianten durchgerechnet. Aktuell hat der Magistrat beschlossen, als langfristig wirtschaftlichste und den Nachhaltigkeitszielen entsprechende Lösung eine hocheffiziente Luft-Wasser-Wärmepumpe zu installieren, ergänzt um eine Solarstromanlage, die den Bedarf aus dem öffentlichen Netz reduziert und Überschüsse dorthin abgibt. „Dadurch lassen sich die Betriebskosten jährlich um 1200 Euro reduzieren", errechnet die Stadtverwaltung. Weitere Vorteile dieser Variante seien der geringere Betreuungsaufwand sowie der minimale Platzbedarf, denn jeder Quadratmeter an Platz werde benötigt.

Für den Neubau beläuft sich die Kostenschätzung auf 395 000 Euro. Für die Gesamtmaßnahme sind 770 000 Euro veranschlagt. Mit Abschluss der Genehmigungsplanung wird im Mai gerechnet, nach Auftragsvergabe soll es im November losgehen.

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Mit freundlicher Genehmigung durch den Odenwälder Boten und mit besonderem Dank an Reinhard Jörs. Dieser Artikel ist auch auf echo-online.de zu finden.